Brünen - Ortsmitte
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Brünens Ortschaften

So fing alles an

Der Gedanke, ein Buch mit diesem Titel zu schreiben, entwickelte sich aus einem rein zufällig entstandenen Gespräch im Jahre 1985 bei einer Tasse Kaffee mit meinem damaligen Tischnachbarn Otto Neuenhoff. Diese Unterhaltung offenbarte mir bisher nicht bekannte sportliche Aktivitäten vor meiner Zeit in Brünen.
Interesse, gepaart mit Neugierde, veranlasste mich später, einen Einblick in die Vergangenheit zu nehmen. Einen bestimmten Zeitraum hatte ich mir dabei nicht vorgegeben, nicht einmal in meine Überlegungen mit einbezogen. Zunächst galt es, die ältesten in Brünen noch lebenden Bürger und Bürgerinnen zu befragen; diese wurden von mir in den Jahren 1985 und 1986 zu mehreren Gesprächsrunden in die Gaststätte Majert-Tinnefeld eingeladen.
Nachforschungen in Dümpten, dessen Turner vom DTV 1885 die Brüner das Turnen lehrten, brachten aufschlussreiche und interessante Berichte über die sportliche Verbundenheit beider Vereine in den 20er Jahren.
Darüber hinaus Wissenswertes aus dem 20. Jahrhundert zu erlangen, war insbesondere über den Einblick in die Archive möglich.
Mein Vorhaben musste ich jedoch zunächst unterbrechen. Erst im August 1997 habe ich versucht, das bisher gesammelte Material durch ein Rundschreiben an alle Haushalte im Großraum Brünen sowie durch eine weiteres Schreiben an alle Vereine, Verbände und Organisationen im Oktober 1998 anzureichern, um meine Idee zu diesen Büchern zu verwirklichen.
Sollte der ursprüngliche Titel zu diesem Buch "100 Jahre Sport in Brünen" lauten, so wurde mir sehr bald bewusst, dass das gesellige und kulturelle Vereinsleben ebenso erfasst werden musste wie das Schul-, Kindergarten- und Sozialwesen. Schließlich galt es, den einzelnen Brüner "Ortsteilen", auch im Zusammenhang mit der Kirchengemeinde und dem Schulverband, eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen.
Das älteste bekannte Datum über die ersten Versuche sportlicher Betätigung in Brünen resultiert vom 15. Dezember 1901. Ich stellte mir die Frage, warum man in der nur wenige Kilometer entfernten Stadt Wesel schon 42 Jahre eher sportlich aktiv wurde.
Eine weitere Überlegung war, warum die Deutschen allgemein nicht schon viel früher der körperlichen Ertüchtigung durch den Sport zugetan waren. Meine Nachforschungen ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass das sportliche Zeitalter eng mit dem Namen Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) verknüpft ist.
Bemerkenswert ist die Feststellung, dass nach den beiden letzten Weltkriegen, sowohl nach 1918 als auch nach 1945, in Deutschland viele Turn- und Sportvereine gegründet wurden. So wurde wie in vielen Nachbargemeinden und Städten in Brünen im Jahre 1920 der Turn- und Spielverein und 1946 der SV Brünen gegründet.
Zusammenfassend darf der Leser feststellen, dass die den Sport betreffende Berichterstattung, einschließlich der Sportstätten, zwar einen Großteil des ersten Buches in Anspruch nimmt, aber bei weitem nicht überwiegt; er dürfte daher überrascht sein über die Vielseitigkeit der Themen, die sich im Laufe der Zeit, nicht zuletzt durch Anregungen der Bürger, geradezu anboten oder aus Gesprächen und Archiveinsichten ergaben.
Die nicht zu übersehende Bereitschaft vieler Brüner Einwohner, persönlich zu berichten und interessantes Bildmaterial zur Verfügung zu stellen, erweiterte den vorgesehenen Themenumfang erheblich und machte eine Unterteilung in mehrere Bände erforderlich.
Beim Betrachten vieler Berichte und Fotos wird der Leser feststellen, wie sehr sich das Bild der Heimat Brünen in einhundert Jahren verändert hat. Dieser Wandlungsprozess geht weiter, in wenigen Jahrzehnten erscheint vieles bemerkenswert, wenn nicht gar unglaublich im Vergleich mit dem Inhalt dieser Bücher. Es lag in meiner Absicht, die Geschichte Brünens in Vergangenheit und Gegenwart den folgenden Generationen in dieser einmaligen vielschichtigen Zusammenfassung zu überliefern.
Einen Anreiz sah ich zudem in der Aufgabe, der jetzigen Generation, wie auch deren Nachkommen, einen in Wort und Bild geprägten Eindruck über Brünen mit seinen eng verbundenen Ortsteilen sowie deren Menschen und Traditionen vor der Jahrtausendwende zu vermitteln. Es lag mir besonders am Herzen, die schöne Landschaft Brünen aus verschiedenen Perspektiven zu überliefern. Dem im Tal liegenden Dorf in der Umarmung der "Berge", mit seiner Öffnung zur südlichen Niederung im Zusammenhang mit dem idyllischen Dorfbach sowie der angrenzenden unberechenbaren Issel, habe ich meine ganze Sympathie geschenkt.
Das einst reine Bauerndorf mit den eng verwurzelten Handwerksbetrieben und ihren Organisationen sollte im Zusammenhang gesehen werden. Wenn es mir nicht gelungen ist, über alles zu berichten, dann bleibt für eventuelle Nachfolger die Aufgabe, das Fehlende hinzuzufügen.
Somit hege ich die Hoffnung, dass diese Bücher vor der nächsten Jahrhundertwende noch viele interessante Leser findet und Grundlage ist für kommende Geschichtsschreiber aus der Heimat.
Ohne die lebendigen Erzählungen und Erinnerungen der älteren Brüner Bürgerinnen und Bürger wäre diese geschichtliche Darstellung nicht denkbar gewesen.
Bei allen, die mir bei der Erstellung der Bücher geholfen haben, möchte ich mich daher an dieser Stelle besonders bedanken.